Der Dichter Giacomo Leopardi als Lebensratgeber „Die Welt muss doch etwas bedeuten“
Warum noch den italienischen Dichter Giacomo Leopardi lesen? Kurioserweise gibt es in München einen Autor und in Bayern eine Institution, die diese Frage beantworten. Über ein Werk, das uns heute viel zu sagen hat.
von Jasper Eckhof
Das Leben an sich bedeute nichts, notiert Giacomo Leopardi im November 1820 in seinem Tagebuch – es komme darauf an, es „gut und glücklich“ zu verbringen, oder zumindest „nicht schlecht und unglücklich“. Das sind die Worte eines italienischen Dichters, der im deutschen Sprachraum heute überwiegend vergessen ist. Kennt ihn doch einmal jemand,
heißt es zu oft: Ach, das war doch dieser Pessimist. Das liegt nicht zuletzt am berühmten Arthur Schopenhauer, der 1858 freudig der Welt verkündete: Spott und Jammer dieser Existenz? „Keiner hat diesen Gegenstand so gründlich und erschöpfend behandelt, wie in unsern Tagen Leopardi.“
Und damit zum 30. Bestehen der Deutschen Leopardi-Gesellschaft: Deren alle zwei Jahre ausgerichtete internationale Tagung wandte sich 2019 genau gegen dieses Klischee des vermeintlichen Pessimisten. Denn: „Gerade diese Frage des Pessimismus, die engt das Werk ja doch sehr stark ein“, erklärt Barbara Kuhn, die Präsidentin der Deutschen Leopardi-Gesellschaft in Eichstätt. Titel der Tagung war deshalb: „Lebenskunst nach Leopardi. Anti-pessimistische Strategien im Werk Giacomo Leopardis“. Doch wer ist überhaupt dieser Dichter, und wieso lohnt es sich, ihn heute zu lesen? ….
Vollständiges Interview zum Herunterladen – Seiten 1 und 2;
Seiten 3 und 4; Seite 5